Wanderung um l’Estartit

Weite Strände, Dünen, Lagunen und eine einzigartige Tier- und Pfanzenwelt.

Diese einfache Rundwanderung führt von l’Estartit zur Flussmündung des Ter, am Ter entlang und durchausgedehnte Apfelplantagen wieder zurück. Einfach heißt in diesem Fall ohne Steigung, die Länge kann variiert werden, je nachdem wie lange man am Fluß entlang wandern möchte. Wer Lust hat, wandert bis nach Torrolela de Montgri. Man kann jedoch auch schon vorher abbiegen und den Weg zurück durch landwirtschaftliches Gebiet nach l’Estartit einschlagen. Teile des Weges und am Ter entlang können auch gemütlich mit dem Rad gefahren werden, ein ausgesprochen schöner Ausflug auch für Familien mit Kindern.

Wir parken am Strand von l’Estartit und genießen zunächst den fantastischen Ausblick auf die Medes-Inseln. Wandern anschließend Richtung Süden am ausgedehnten Strand entlang und passieren ‚La Pineda‘, einen kleinen Pinienhain zwischen dem Ort und dem Feuchtgebiet des Ter Vell.

Schon hier werden wir anhand von Schautafeln mit vielen Informationen rund um das Naturschutzgebiet versorgt. In den letzten Jahrzehnten wurden viele Renaturierungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt: Nach Els Griells, dem letzten urbanisiertem Gebiet, passieren wir La Pletera.

L’Estartit besitzt noch einige, selten gewordene Naturstrände. Eine wunderschöne Landschaft, die Lebensraum für eine ganz besondere Tier- und Pflanzenwelt bildet. Um ein Gleichgewicht zwischen dem Erhalt der Naturstrände und uns menschlichen Strandbesuchern zu finden, werden die Dünen das ganze Jahr über gepflegt und vor allem im Sommer mit Naturzäunen eingezäunt, um die Pflanzen und brütenden Tiere zu schützen. Im Winter werden Schilfbarrieren installiert, um den Sand festzuhalten und das Wachstum der Dünen zu fördern. Diese dienen als natürlicher Schutz, damit die Winterstürme den Sand nicht vom Strand abtragen.

Hier eine gute Übersicht auf La Pletera, dem Küstenökosystem zwischen Els Griells und der Mündung des Flusses Ter. Foto: Museu de la Mediterrània

An der ehemaligen Mündung des Flusses Ter – früher, vor seiner Umleitung, ein Flußarm – sehen wir ein Feuchtgebiet, das voller Leben steckt. Viele seltene Vogelarten finden hier das ganze Jahr Unterschlupf. Wer ein Fernglas mitnimmt, kann die Vögel anhand von Schautafeln bestimmen.

Anschließend gehen wir am üppig bewachsenen Flußufer des Ter entlang. Auch hier tummeln sich unzählige Vögel und Enten.

Es wurden und werden hier viele Anstrengungen unternommen, dieses Ökosystem wiederherzustellen und zu bewahren. Eine besondere Herausforderung stellt den Schutz der Lebensräume von seltenen Vögeln, Amphibien und Pflanzen mit den Interessen der am anderen Flussufer beginnenden Landwirtschaft dar.

Hier beginnt das Reisanbaugebiet von Pals, das für die Bewirtschaftung der Felder je nach Anbauphase viel Wasser benötigt. Agrar- und Wasser-Ingenieure, Wasserbehörden und – versorger, Biologen und Naturschutzverbände arbeiten ständig an dem fragilen Gleichgewicht, das einerseits dem Feuchtgebiet nicht zu viel Wasser entzogen wird und andererseits dem Reisanbau ausreichend Wasser zum Fluten der Reisfelder bleibt.

Es ringt mir jedesmal höchsten Respekt ab, mit welcher Energie unterschiedlichste Interessensverbände gemeinsam an dem Ziel arbeiten, diese großartige Landschaft und alle die von ihr leben bestmöglich zu schützen, zu pflegen und für die Nachwelt zu erhalten.

Auch wir Besucher, die unsere Freizeit hier verbringen, sind ein Teil dieses Systems. Und durch die Erklärung, mit der die wir diese Naturlandschaften verstehen lernen, wächst der Respekt, mit dem wir mit diesen wertvollen Geschenken umgehen.

Anschließend biegen wir ab und wandern mit einem schönen Blick auf das erhabene Castell de Montgri, durch ausgedehnte Apfelplantagen wieder zurück zum Ausgangspunkt nach l’Estartit.

17258 L’Estartit, Alt Empordà, rund 40 km / 45 Min. von Calonge-Cabanyes. Tipp für Reisende mit Hund: Teile des Playa de la Platera sind als Hundestrand ausgewiesen.

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